Friday, 17 May 2019

What the world really needs - Was die Welt wirklich braucht (Shakti Caterina Maggi)

 What seems to be your inner reality and what is apparently happening out there in the world is actually one thing! You are watching your own Consciousness displaying itself in the world. You see your inner reality appearing as the world you experience. It is the expression of your own Being. The world you experience is not something different from you.

As you become more conscious of and present with your inner contractions and remain as Stillness/as Peace in which conflicts arise, something completely different can happen. When you realize that you are Consciousness which is behind everything, you can experience a different world.

Many people do not want to feel these kinds of inner contraction – the sense of separation (often triggered by the negativity of the world out there) – consciously; instead, they close their heart and become numb/disconnected/ mechanic. Others want to fight it and blame others in order to not feel it. These are all strategies to not see and feel the pain in their own heart. Very few are courageous enough to remain present in the midst of pain without trying to disconnect from it and are able to be with the pain of the world in their own heart. These are the people who can make a change. They transform the pain by being present with it. This is the alchemy of the Heart. It can transform everything. The Heart is not an emotion; it is the empty background of everything. It is the unconditional nature of reality. It is the silent background of all manifestation.

Do not think you are a helpless and separate thing and cannot do anything regarding the world. It is not true! You can do a lot! You can welcome the pain you see in the world in your heart. You can offer peace to the world that is in conflict. We already tried revolutions in the streets. We are tired of fighting the system. Instead, wake up! You are the system! It is not outside of you! Stop fighting it and thus splitting yourself into two: abusers and victims. The result of any fight based on this kind of separation will simply be more separation, pain and suffering. There is another possibility! Anything you see in the world – good and bad – is you, is one with you. It is the unfoldment of ONE Consciousness.

All the misery, chaos and unbalanced happenings on this planet are here for you to see and open your heart. It is a reflection of your inner disconnection from your heart. The disconnection comes from not feeling things. People who don’t feel deeply are too afraid of their feelings.

So please: be one of those people who feel courageous enough to FEEL the pain of separation of humanity. Be courageous enough to open your heart. You will start to feel everything deeply again and it will break your heart. It will be broken open. Then, the light of understanding will enter. It will (en)lighten your mind and your body. It will show you that all was for you to wake up and you will feel compassion for those still living in ignorance. This is the inner revolution. It is the action of one Consciousness. Only you can do it. You are the Silence behind everything that is able to take on everything – even the pain and horrors of the world.

A new vibration wants to enter…a vibration of understanding, love and transformation. You are called to be a living Bodhisattva. The life of a Bodhisattva is very ordinary. It is a life of someone who is able to remain present to the pain of the world and still be sensitive, vulnerable, open and compassionate. This is what the world needs. It needs your Heart, your vulnerability and sensitivity.


Das, was als deine innere Realität gefühlt wird und das, was scheinbar da draußen in der Welt geschieht, sind in Wahrheit eine Sache. Du bezeugst dein eigenes Bewusstsein, das sich in der Welt darstellt. Deine innere Realität erscheint als die Welt, die du erfährst. Es ist der Ausdruck deines eigenen Seins. Die Welt, die du erlebst, ist nichts Verschiedenes von dir.

Viele wollen diese inneren Kontraktionen nicht bewusst fühlen – die Empfindung der Abspaltung (die oft scheinbar durch die Negativität der Welt ausgelöst wird); stattdessen verschließen sie ihr Herz und werden gefühlslos, mechanisch und fühlen sich abgespalten. Andere wiederum bekämpfen die Welt indem sie andere da draußen beschuldigen. Es sind alles Strategien um den Schmerz in ihren Herzen nicht sehen und fühlen zu müssen. Nur wenige Menschen sind mutig genug, inmitten des Weltschmerzes wirklich präsent zu bleiben ohne sich davon abzuspalten und damit zu sein. Diese Menschen sind die Veränderung. Sie transformieren den Schmerz indem sie damit sind. Das ist die Alchemie des Herzens. Es kann alles transformieren. Das Herz ist keine Emotion; es ist der leere Hintergrund von allem. Es ist die bedingungslose Natur der Realität. Es ist der stille Hintergrund der ganzen Manifestation.

Glaube nicht, du seist ein hilfloses und abgespaltenes Ding, das hinsichtlich der Welt nichts tun kann. Das stimmt nicht. Du kannst viel tun! Du kannst den Schmerz, den du in der Welt siehst, in deinem Herzen willkommen heißen. Du kannst dem Konflikt in der Welt deinen Frieden anbieten.

Die Revolutionen in den Straßen haben wir bereits probiert. Das System zu bekämpfen hat uns lediglich erschöpft. Deshalb wach lieber auf! Du bist das System! Es ist nicht außerhalb von dir! Hör mit dem Dagegen-Ankämpfen auf, dadurch spaltest du dich nur immer wieder in zwei Fronten auf: Täter und Opfer. Das Ergebnis jeglichen Kampfes, das auf dieser Art von Trennung basiert, erzeugt einfach noch mehr Abspaltung, Schmerz und Leid. Es gibt eine andere Möglichkeit! Alles, was du in der Welt siehst – gut und schlecht – bist du, ist eins mit dir. Es ist die Entfaltung EINES Bewusstseins.

Jegliche Miseren, jegliches Chaos und das Ungleichgewicht auf diesem Planeten sind hier für dich um dein Herz zu öffnen. Es ist eine Reflektion deiner inneren Abspaltung vom Herzen. Es kommt davon, Dinge nicht zu fühlen. Menschen, die nicht tief fühlen, haben große Angst vor ihren tieferen Gefühlen.

Sei bitte deshalb einer/eine jener Menschen, der/die mutig genug ist, den Trennungsschmerz der Menschheit zu FÜHLEN. Sei mutig genug, dein Herz zu öffnen. Du wirst wieder alles tiefgründig fühlen und es wird dein Herz brechen. Es wird aufbrechen. Dann wird das Licht des Verstehen reinströmen. Es wird deinen Geist und Körper (er)leuchten/erleichtern. Es wird dir zeigen, dass alles für dich war, um aufzuwachen und du wirst Mitgefühl für jene, die noch in Verblendung leben, empfinden. Nur du allein kannst das tun. Du bist die Stille hinter allem, die alles aufnehmen kann – sogar den Schmerz und Horror der Welt.

Eine neue Schwingung will reinkommen…eine Schwingung des Verstehen, der Liebe und Transformation. Du bist gerufen, ein Bodhisattva zu sein. Das Leben eines Bodhisattvas ist sehr gewöhnlich. Es ist das Leben von jemandem, der sich nicht vom Weltschmerz abwendet und trotzdem empfindsam, verletzlich, offen und mitfühlend ist. Das ist, was die Welt braucht. Es braucht dein Herz, deine Verletzlichkeit und Empfindsamkeit.  


Sunday, 28 April 2019

Don't become complacent in a half-baked condition - Gib dich nicht mit einem halbfertigen Zustand zufrieden (Tom Thompson)

Most of what passes for psychology, spirituality, philosophy and religion is manipulating the contents of consciousness, whether it be with techniques, experiences, beliefs, concepts or grasping for identity, meaning and purpose.
True Awakening is a radical shift in perspective from focusing on the contents of consciousness to resting as the ultimate context of choiceless awareness. When this shift happens, there is no longer the seeking of identity, happiness, fulfillment or meaning by manipulating the contents. Life becomes much more playful and flowing.
As an authentic spiritual seeker releases all of the beliefs, programs and concepts they once believed were true, they may enter a state of existential despair where life seems empty and meaningless. They are in "no man's land." They feel like they have lost everything. They may become nihilistic and wonder, "Why continue on? Why continue living?"
But this is a half-baked state and merely another philosophical position. If they have support from a spiritual friend, they will not stop here…

They will continue to open and relax more deeply until they directly realize the absolute wonder, delight and astonishment of being alive in this moment as it is. Then the search is over without having a trace of philosophical or spiritual overlays. Uncaused love, wisdom and joy spontaneously express themselves. 
kintsvisi monastery
Bei einem Großteil von dem, was als Psychologie, Spiritualität, Philosophie und Religion gehalten wird, geht es darum, Bewusstseinsinhalte zu manipulieren –  sei es mit Techniken, Erfahrungen, Glaubenssätzen, Konzepten oder mit dem Greifen nach Identität, Sinn oder Zweck.
Wahres Erwachen ist eine radikale Wahrnehmungsverschiebung: vom Fokus auf Bewusstseinsinhalten hin zum Ruhen als der Ultimative Kontext wahllosen Gewahrseins. Wenn diese Verschiebung passiert, wird nicht länger nach Identität, Glück, Erfüllung oder Sinn durch das Manipulieren der Inhalte gesucht. Das Leben wird viel verspielter und fließender.


Während ein authentisch spiritueller Suchender alle Glaubenssätze, Programmierungen und Konzepte, denen er einst glaubte, loslässt, kann es dazu kommen, dass er in einen Zustand existenzieller Verzweiflung gerät, in dem das Leben leer und bedeutungslos erscheint; eine Art Niemandsland. Man hat das Gefühl, alles verloren zu haben. Vielleicht werden manche sogar nihilistisch und wundern sich: „Warum weiterleben?“

Das ist jedoch nur ein halb-gebackener Zustand und lediglich eine weitere philosophische Position. Bekommt jemand die Unterstützung von einem spirituellen Freund, wird er hier nicht anhalten….
Er wird sich weiter öffnen und tiefer entspannen, bis er direkt das absolute Wunder, Entzücken und Staunen darüber, in diesem Augenblick so wie er ist, am Leben zu sein, realisiert. Dann ist die Suche vorbei – ohne eine Spur von philosophischer oder spiritueller Überlagerung. Nicht verursachte Liebe, Weisheit und Freude drücken sich spontan aus.

Tuesday, 9 April 2019

Spiritual maturity - spirituelle Reife (Amoda Jeevan)

The innocent longing to come home - what we call the spiritual search - is so often hijacked by an unconscious psychological agenda for comfort and perfection. Along with the desire to end the suffering created by ego’s tenacious story-telling comes a hope that this ending means we no longer have to feel what we don’t like to feel.
What we don’t like to feel is fear. And uncertainty. And sadness. And heartbreak. And despair. Feelings that are too uncomfortable. Too painful. Too scary. Too unbearable. We don’t want to feel them. We just don’t want them. We do anything to get rid of them. These feelings become our enemies - at least in our minds - and we expend a lot of energy fighting them. We stuff them down. We turn away. We numb out. Or we pretend to feel something different, something that makes us feel more comfortable.
When the battle exhausts us, we look for the spiritual teacher or the spiritual teaching or the spiritual practice that will erase all these unwanted feelings and give us what we do want. What we want - even if we are not fully conscious of this wanting - is the bliss. The endless peace. The unbounded awareness. The transcendence of the messy human experience. And when the imaginary reward is not given, we make this teacher or teaching or practice “wrong” and we go off to find the “right” teacher or teaching or practice. But the imaginary holy grail never materializes.
When we seek and fail to find what we think we’re looking for, when we seek and fail, seek and fail, and seek and fail some more, we arrive at a bifurcation point. The choice here is to collapse into the story of “poor me”, or to rise up into awareness. Sulk into closure, or surrender into openness. Regress, or evolve. This is your moment of truth! Now that you have failed enough, been broken enough, been worn down enough, been humbled enough .. now that you’ve been stripped of the imagination of what freedom feels like, now that you have no fantasy to cling to as a lifeline, no holy grail to chase, no idea of what being spiritual means .. well, now perhaps you can return to rest in the bare facts of what is here. The issue is how to be with the bare bones of our human experience? How to stop running away, and just bloody be here!
If we are honest enough with ourselves, if we can expose to ourselves what stands in the way of just being here with what is, we return to ourselves. This is not a regression into unconsciousness, but a transformation into love. When there is no more attempt to avoid or escape any feeling or experience, we discover there is no enemy at all. We discover that truth is not a perfect state of understanding. Nor is it a perfect state of non-feeling. It is the very aliveness of this moment, however it shows up. And this acceptance of what is here, this intimacy with what is here, is the very freedom that we seek.
Now, instead of a spiritual high there is a spiritual maturity. We stop rejecting and sulking, and start opening and welcoming. In openness, there is no problem because there is no resistance to what is. The whole spectrum of the human experience - from heaven to hell - is deeply accepted. We stop trying to be spiritual, stop handing over authority to our imagination of how it should be, and come to rest in the true authority of our innermost openness.
And when we seem to fall, when we seem to fail, when we find ourselves back down on our knees broken open by life’s vicissitudes, we remember that we don’t need cower in shame or fix ourselves or look for salvation in spirituality.
We remember to be right here, in the bare bones of our humanity, in love with the openness that holds every experience.
 
Das unschuldige Sehnen nach Hause zu kommen – die spirituelle Suche – wird oft von einer unbewussten psychologischen Absicht nach Komfort und Perfektion gekidnappt. Der Wunsch, das Leid, das durch das hartnäckige Geschichtenerzählen des Egos erschaffen wurde, zu beenden, geht einher mit der Hoffnung, nicht länger fühlen zu müssen, was wir nicht fühlen wollen.
Was wir nicht fühlen wollen ist die Angst, die Unsicherheit, die Traurigkeit, das gebrochene Herz, die Verzweiflung – Gefühle, die zu unangenehm, zu schmerzvoll, zu beängstigend, unaushaltbar sind. Wir wollen sie nicht fühlen. Wir wollen sie ganz einfach nicht. Wir tun alles um sie loszuwerden. Sie werden zu unseren Feinden, zumindest in unserem Geist und wir verbrauchen viel Energie dafür, sie zu bekämpfen. Wir stopfen sie runter. Wir wenden uns davon ab. Wir betäuben sie oder machen uns vor, etwas anderes zu fühlen; etwas, was uns ein besseres Gefühl gibt.

Wenn sich der Kampf erschöpft, suchen wir nach einem spirituellen Lehrer oder der spirituellen Lehre/Übung, der/die all unsere unerwünschten Gefühle auslöschen wird und uns das gibt, was wir wollen. Was wir wollen, auch wenn wir uns dessen nicht voll bewusst sind, ist die Glückseligkeit, der ewige Frieden, das grenzenlose Gewahrsein; die Transzendenz des schmerzlichen Menschseins. Wenn nun diese vorgestellte Belohnung nicht kommt, machen wir den Lehrer oder die Lehre/Übung „falsch“ und wir gehen weiter um den „richtigen“ Lehrer/die „richtige“ Lehre oder Übung zu finden. Der imaginäre heilige Gral materialisiert sich jedoch nicht.
Wenn wir suchen und nicht finden, was wir dachten zu suchen, wenn wir suchen und keinen Erfolg haben, suchen und scheitern und wieder suchen und wieder fehlschlagen, kommen wir zu einer Weggabelung. Entweder kollabiert man hier in die Geschichte des armen Opfers hinein oder man geht in dem Gewahrsein auf. Entweder verschließt man sich oder öffnet sich in Hingabe; entweder fällt man zurück oder wächst über sich hinaus. Das ist dein Augenblick der Wahrheit! Nun hast du oft genug versagt, wurdest oft genug enttäuscht und erschöpft, wurdest oft genug gedemütigt. Nun, da du der Vorstellung, wie Freiheit sich anfühlen sollte, beraubt wurdest…nun, da du an keiner Fantasie deiner Lebenslinie festhalten kannst, keinen heiligen Gral verfolgst und keine Ahnung mehr hast, was es heißt, spirituell zu sein…nun kannst du vielleicht zu den nackten Tatsachen, was hier ist, zurückkehren und darin ruhen. Nun geht es vielleicht darum, mit den nackten Tatsachen der menschlichen Erfahrung zu sein und nicht mehr davon wegzulaufen, sondern ganz einfach hier zu sein.  
Wenn wir ehrlich genug mit uns sind, wenn wir ehrlich sehen können, was uns davon abhält, einfach hier mit dem was ist, zu sein, kehren wir zu uns selbst zurück. Das ist keine Rückentwicklung ins Unbewusste, sondern eine Transformation zur Liebe. Wenn es keinen Versuch mehr gibt, irgendein Gefühl oder eine Erfahrung zu vermeiden oder davon zu flüchten, entdecken wir, dass es keinen Feind gibt. Wir entdecken, dass die Wahrheit kein perfekter Zustand von Verstehen ist. Auch ist es kein perfekter Zustand des nicht Fühlens. Es ist genau die Lebendigkeit dieses Augenblicks wie auch immer er sich zeigt. Und die Annahme dessen, was ist, diese Intimität mit dem, was ist, ist genau die Freiheit, die wir suchen.
Nun gibt es anstatt eines spirituellen Hochs eine spirituelle Reife. Wir hören mit dem Abwehren und Schmollen auf und beginnen, uns zu öffnen und jegliche Gefühle zu begrüßen. In der Offenheit gibt es kein Problem, da es keinen Widerstand gegenüber dem, was ist, gibt. Das ganze Spektrum der menschlichen Erfahrung – von Himmel bis Hölle – wird tief angenommen. Wir versuchen nicht länger, spirituell zu sein. Wir lassen uns nicht länger von unseren Vorstellungen, wie es sein sollte, beschlagnahmen und ruhen in der wahren Autorität unserer innersten Offenheit.
Und wenn es den Anschein gibt, zu versagen, wenn wir wieder auf unsere Knie gebracht werden und durch die Höhen und Tiefen des Lebens aufgebrochen werden, erinnern wir uns, dass wir uns nicht vor Scham verstecken müssen oder uns verändern müssen oder in der Spiritualität nach Heil suchen müssen. Wir erinnern uns, genau hier zu sein – in den nackten Tatsachen unserer Menschlichkeit; in Liebe mit der Offenheit, die jegliche Erfahrung hält.

Sunday, 17 March 2019

The play of Consciousness - das Bewusstseinsspiel (Tom Thompson)

The entire manifest universe is a play of patterns of conscious energy. Everything is one with, and an expression of, everything else. We, as human beings, are energetic beings. Our bodies, thoughts, emotions, environments and relationships are all energy systems interacting with and influencing each other all of the time. We are always receiving and transmitting patterns of intelligent energy within ourselves and to everyone and everything else.

Basically, the entire manifest universe, including us, is intelligent energy vibrating at different frequencies. These frequencies manifest with different qualities, or “gunas,” of which there are three.

Sattva Guna is pure, harmonious, balanced, clear, transparent, good, true and expresses as being (versus doing). A sattvic lake would be calm, still and clear with no waves. You could easily see down into the depths to the very bottom. A sattvic person is relaxed, calm, open, loving, simple and transparent. A human being.

As energy fields contract, they vibrate more vigorously. This is Rajas Guna. Rajas is kinetic, active, busy, passionate, chaotic and doing (versus being). A rajasic lake would be stormy with lots of waves. Everything would be in motion and the water would be stirred up and it would be difficult to see very deeply, as what you do see is distorted by constant motion. A rajasic person is busy, intense, hectic, demanding and egoic.

When energy fully contracts, it becomes frozen and is Tamas GunaTamas is inert (versus being or doing), ignorant and opaque. The lake is now mud. A passed-out heroin addict is in a tamasic state. A couch potato is a tamasic person. Tamas and sattva gunas can easily be confused for each other. Westerners tend to perceive a yogin lying around, apparently doing nothing, as lazy, worthless or tamasic when in fact they may be extremely sattvic with the light of consciousness flowing through them and out to others.

All of the gunas constantly interact and dissolve within each other, so we all have some of the qualities of each guna. However, within an individual, one quality tends to dominate, so we can say a person is predominately a sattvic, rajasic or tamasic person.

Everything that exists has the qualities of the gunas. People, buildings, places, books, music, movies, jobs, exercise, food, thoughts, feelings, bodies, TV shows, websites and everything that exists tends to be either sattvic, rajasic or tamasic. A meditation hall is sattvic. A shopping center is rajasic. A crack house is tamasic. Many of us have enough tamas that we are not very aware of the energies in and around us. As we become more sattvic, we become more and more aware of energy. Many can feel it, while others can see it.

Highly Sensitive People, (HSPs, about 18% of the human population) have very sattvic neuroendrocrine systems. They are negatively affected by powerful rajasic/tamasic activities, smells, perfumes, sounds, colors, lighting, people, situations, chemicals, environments, etc., and become overwhelmed and even very sick if they are not able to get into a more sattvic setting. In a situation where an HSP is feeling totally overwhelmed, a rajasic or tamasic person may not notice a thing or may even turn up the energy for more stimulation. It is OK to be an HSP. Sensitive means evolved.
As energy fields, we are constantly transmitting who and what we are to ourselves and to the world. This transmission affects our genetic codes, cells, body, psychic and spiritual systems, and everyone and everything around us. We have all had the experience of being with a tamasic person who sucks the life force right out of us and leaves us feeling depressed, tired and drained. And we have all had the pleasure of being with a person who completely energizes us, cheers us up and leaves us feeling glad to be alive. Some of us may have been with true gurus who transmit the absolute, prior to all gunas.

The true purpose of psychospiritual practices (sadhana) is not to “get enlightened,” as there is nothing we have to “do” to be what we always already are – except maybe relax a little bit. The purpose of sadhana is the conscious, sane and healthy management of the various energy systems of our multidimensional human instrument so we are a clear, pure, loving and truthful (sattvic) expression of life, and are able to utilize our full potential and capacity of being. This means managing our gunas from the perspective of what is appropriate and happening now. Sometimes we meditate and are sattvic. Sometimes we work hard and are rajasic. And sometimes it is just fine to be a couch potato for a while, veg out in front of the TV and be tamas.
Balance Is the Key: The Middle Way

“Satsang” means transmitting the truth. We are all always giving satsang of our relative truths to everything and everyone, including ourselves. A sattvic person gives the satsang of being, peace and harmony. A rajasic person transmits ego, intensity and doing. A tamasic person transmits ignorance and dullness.

A true guru is one who is free of identification with the gunas. Their human instrument still exists in the realm of the gunas and is affected by the energy of the gunas, but “their” awareness has transcended the gunas and is free of any obstructions in consciousness. They rest in the vastness of absolute silence, and this silence flows through them to others as the quality of truth, being and joy, or sat chit ananda. Bhagawan Nityananda and Ramana Maharshi spent most of their time lying about and not talking much. And yet the transmission of grace through their human form was incredible, palpable and gave many the direct experience of their absolute nature.

By being with a true guru, or by looking at their photo, hearing their voice, using their mantra, having an object with their energy in it or just by thinking about them, we tune into their morphic field and receive satsang. Even if, like Jesus, a guru is no longer in the body, we can still tune into their morphic field and receive the transmission of grace from the absolute.

The egoic energy field of a human being tends to dissolve in the morphic field of a true guru. This is the secret and power of satsang. In its place arises sat chit ananda. For beings who are ready for the ego to dissolve, this is a true blessing. 

As relative beings, we want to be aware of the energy of the gunas so we can manage them and live happier, healthier and more fulfilling lives. As Absolute Being we want to be aware that who and what we really are is prior to all gunas. Since it has no qualities, it has been called empty, void, formless, nothingness, the unborn. And yet this nothingness is the mother of all beings and all things.

Our basic mistake is that we seek our happiness, fulfillment and meaning in the play of the gunas. There is no happiness, fulfillment and meaning in the play of the gunas. Their very nature is change and impermanence. But once we recognize our true nature prior to the gunas, then this play of consciousness becomes our playground. We do not seek truth within it, we bring it to it.

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Das gesamte manifeste Universum ist ein Spiel bewusster Energiemuster. Alles ist eins mit und ein Ausdruck von allem anderen. Als menschliche Wesen sind wir energetische Wesen. Unsere Körper, Gedanken, Emotionen, Umfelder und Beziehungen sind energetische Systeme, die interagieren und sich ständig gegenseitig beeinflussen. Ständig werden Energiemuster empfangen und von und zu anderen und allem ausgesendet.

Grundsätzlich ist das gesamte manifeste Universum, wir miteinbezogen, intelligente Energie, die unterschiedliche Frequenzen vibriert. Diese Frequenzen manifestieren sich mit unterschiedlichen Qualitäten oder auch „Gunas“ genannt. Davon gibt es drei Arten.

Sattva Guna is rein, harmonisch, ausgeglichen, klar, transparent, gut, wahrhaftig und drückt das Sein aus (versus das Tun). Ein sattvischer See wäre demnach ruhig, still und klar ohne Wellen. Man kann leicht in die Tiefen bis zum Grund sehen. Eine sattvische Person ist entspannt, ruhig, offen, liebenswürdig, einfach und transparent. Ein menschliches Sein.

Wenn sich die Energiefelder zusammenziehen, vibrieren sie energischer. Diese Energie wird Rajas Guna genannt. Rajas ist kinetisch, aktiv, beschäftigt, leidenschaftlich, chaotisch und sehr im Tun (versus im Sein). Ein rajastischer See wäre demnach stürmisch mit vielen Wellen. Alles wäre in Bewegung und das Wasser würde aufgewühlt sein. Darum wäre es bei diesem See schwierig, tief zu sehen. Alles, was du siehst, ist durch die ständige Bewegung verzerrt. Eine rajastische Person ist beschäftigt, intensiv, hektisch, verlangend und egoisch.

Wenn sich die Energie völlig zusammenzieht, wird sie gefroren und das ist die dritte Energieform, Tamas Guna. Tamas ist träge (versus im Sein oder Tun), ignorant und undurchlässig. Der See ist Schlamm. Ein ohnmächtiger Heroinsüchtiger ist in einem tamastischen Zustand. Ein Dauerglotzer ist eine tamastische Person. Tamas und Sattva könnnen leicht verwechselt werden. Aus westlicher Sicht kann ein Yogin, der herumliegt und scheinbar nichts macht, als faul, wertlos oder tamastisch gesehen werden, während er/sie in Wirklichkeit sehr sattvisch ist und das Licht des Bewusstsein durch sie zu anderen strömt.

Alle Gunas interagieren unaufhörlich miteinander und lösen sich ineinander auf. Wir haben von allen Gunas Qualitäten in uns. Doch eine Qualität scheint bei jedem zu dominieren; deshalb könnte man sagen, eine Person ist hauptsächlich sattvisch, rajastisch oder tamastisch unterwegs.

Alles, was existiert, hat diese Gunas-Qualitäten: Menschen, Gebäude, Orte, Bücher, Musik, Filme, Jobs, Bewegungen, Essen, Gedanken, Gefühle, Körper, Fernsehshows, Webseiten; eben alles, was existiert, ist entweder sattvisch, rajastisch oder tamastisch. Eine Meditationshalle ist sattvisch. Ein Einkaufszentrum ist rajastisch. Ein Drogenplatz ist tamastisch.

Die meisten Leute haben viele Tamas-Qualitäten in sich und sind sich deshalb dieser Energien in sich selbst und um sich nicht bewusst. Werden wir sattvischer, werden wir uns auch dieser Energien immer bewusster. Manche können diese Energien fühlen, andere können sie sehen.

Sehr feinfühlige Menschen (ca. 18% der menschlichen Bevölkerung) haben sehr sattvische neuroendokrine Systeme. Sie werden negativ durch starke rajstische/tamastische Aktivitäten, Gerüche, Parfüms, Klänge, Farben, Beleuchtungen, Menschen, Situationen, Chemikalien, Umfelder etc. beeinträchtigt und werden davon überwältigt bzw. sogar krank, wenn sie nicht in einem sattvischen Umfeld sind. In einer Situation, wo sich beispielsweise ein sehr feinfühliger Mensch völlig überwältigt fühlt, spürt oder bemerkt ein rajastischer oder tamastischer Mensch gar nichts; womöglich dreht er die Energie auch noch weiter hoch um noch mehr Stimulation zu bekommen. Es ist völlig ok hoch sensibel/feinfühlig zu sein. Es ist ein Zeichen von hoher Entwicklung.

Als Energiefelder senden wir ständig das, was wir sind, in die Welt und zu uns selbst aus. Diese Schwingungen beeinträchtigen unseren Gen-Code, Körper, unsere psychischen und spirituellen Systeme und jeden und alles um uns. Wir alle kennen die Erfahrung, mit einer tamastischen Person zu sein, die unsere Lebensenergie aussaugt und ein depressives, müdes und ausgelaugtes Gefühl hinterlässt. Auch kennen wir das Vergnügen, mit jemanden zu sein, der uns belebt, erheitert und ein freudiges, lebensbejahendes Gefühl hinterlässt. Manche von uns waren vielleicht bei einem wahren Meister, der das Absolute, das vor allen Gunas schwingt, überträgt.

Der wahre Zweck der psychospirituellen Übungen (Sadhanas) dient nicht dazu, erleuchtet zu werden, da es nichts zu tun gibt, das zu sein, was wir bereits sind abgesehen von vielleicht ein wenig zu entspannen. Der Zweck der Sadhanas ist das bewusste, vernünftige und gesunde Haushalten der verschiedenen Energiesysteme unseres multidimensionalen menschlichen Instruments damit wir ein klarer, reiner, liebender und wahrhaftiger (= sattvischer) Ausdruck des Lebens sein können und unser volles Potenzial und unsere Seins-Kapazität nutzen können. Manchmal meditieren wir und sind sattvisch. Ein anderes Mal arbeiten wir hart und sind rajastisch. Und dann ist es manchmal einfach gut, eine Weile ein Couchpotato zu sein und vor dem Fernseher rumzuhängen und tamastisch zu sein. Ausgeglichenheit ist der Schlüssel: die Goldene Mitte.

Satsang bedeutet, die Wahrheit zu übertragen. Wir alle geben Satsang indem wir unsere relative Wahrheit aussenden. Eine sattvische Person überträgt einen Satsang des Seins, des Friedens und der Harmonie. Eine rajastische Person sendet Ego, Intensivität und viel Tun aus. Eine tamastische Person sendet Ignoranz und Dumpfheit aus.

Wahre Meister sind frei von identifizierten Gunas. Ihr menschliches Instrument existiert noch im Feld der Gunas und wird dadurch auch beeinträchtigt, doch „ihr“ Bewusstsein hat die Gunas transzendiert und ist frei von ihren Behinderungen. Sie ruhen in der Unendlichkeit der absoluten Stille und diese Stille fließt durch sie zu anderen als Qualität von Wahrheit, Sein und Freude; oder auch Sat Chit Ananda genannt. Bhagawan Nityananda and Ramana Maharshi verbrachten den Großteil ihrer Zeit damit, herumzuliegen und nicht viel zu reden. Und doch war die Übertragung der Gnade durch ihre menschliche Form unermesslich, spürbar und viele konnten dadurch ihre absoluten Wesensnatur erkennen. 

 Durch das Zusammensein mit einem wahren Meister, oder auch dadurch, dass man sein Foto ansieht, seine Stimme hört, ein Mantra verwendet, ein Objekt mit seiner Energie hat oder einfach dadurch, dass man an ihn/sie denkt, stimmen wir uns in ihr morphisches Feld ein und empfangen Satsang. Sogar wenn ein Meister wie Jesus z.B. nicht mehr im Körper ist, können wir uns immer noch in sein morphisches Feld einklinken und die Übertragung der Gnade des Absoluten empfangen.
Das egoische Energiefeld eines Menschen tendiert dazu, sich im morphischen Feld eines wahren Meisters aufzulösen. Das ist das Geheimnis und die Kraft von Satsang. Anstelle steigt Sat Chit Ananda hoch. Für jene, die bereit sind, ihr Ego aufzulösen, ist das ein wahrer Segen.

Als relative Wesen wollen wir uns der Gunas-Energien bewusst werden, damit wir sie haushalten können und glücklicher, gesünder und erfüllter leben können. Als absolute Wesen wollen wir uns dessen gewahr sein, wer und was wir wirklich vor allen Gunas sind. Da das Absolute keine Qualitäten hat, wird es auch als leer, formlos, als Nichts oder das Ungeborene bezeichnet. Und doch ist dieses Nichts die Mutter aller Wesen und aller Dinge.

Unser elementarer Fehler ist es, Glück, Erfüllung und Sinn im Spiel dieser Energien zu suchen; doch darin gibt es kein Glück, keine Erfüllung und auch keinen Sinn. Die Natur des Spiels ist Veränderung und Vergänglichkeit. Haben wir jedoch unsere wahre Natur vor alles Gunas erkannt, kann dieses Bewusstseinsspiel unser Spielplatz werden. Wir suchen die Wahrheit nicht im Spiel, wir bringen sie ins Spiel rein.

Saturday, 9 March 2019

Is the need for a guru truly anachronistic? - Ist die Notwendigkeit eines Gurus wirkich unzeitgemäß? (Igor Kufayev)

In the West today, value is being placed on the individual. That value is primarily understood or expressed as individual freedom. The whole longing of Western civilization is that longing for individual freedom. Furthermore, in the West, we are affected by that widely accepted notion, that, ‘as long as I am paying for it, it is mine.’ In other words, anything can be acquired, anything can be consumed, because we live in the fast-food culture — even when it comes to matters of the soul. In the culture where fast-food is often our regimen when it comes to spiritual nourishment, the last thing we want is the guru. Why? Because the guru will complicate things.

When it comes to the real spiritual work, the teacher-student dynamics are often subconsciously repulsed, as that relationship would sooner or later require the annihilation of that, which is spoken of from the Perennial perspective as ‘non-self.

And providing the teacher is the real deal, then this process will be much more steadfast, without unnecessary pitfalls and all that accompanies that — and this process is essentially unthinkable without pitfalls. So the teacher simply safeguards the process itself. If one is only opting for the teacher within, it would be so much harder to achieve - filtered through the agendas of egocentricity. Yes, one can speak to one’s reflection in a mirror, and let’s see how much guidance comes from that! How much of that mirroring-wisdom is going to be reflected back to tell us what we don’t want to hear?

Having a teacher is a responsible act, when one is not afraid to lose oneself, because one is evolved enough psychologically. It’s the one who is not evolved as an individual, who is in danger of losing that which is in the formative stages. And when that happens, very often the one who is temporarily in the position of the disciple wants to, desires, even demands, that the teacher take responsibility for that person’s life. You can almost hear: ‘Yes, I will surrender. Now you take care of me!’ This kind of surrender is more of a bargaining, and that’s why we’re all facing this predicament collectively —  because our culture does not support this relationship. There’s very little understanding, and it is ridden with many examples where the undeniable power that this relationship holds has been misplaced, and now also lacks the nuances and subtleties which are necessary if one is to experience the true intimacy that this relationship avails.

Not surprisingly this, ‘Who needs a guru?’ opinion is a reflection of all these deeply hidden and seldom acknowledged fears, often masked by the pretences that we live in a different kind of time when the need for the spiritual guide is a somewhat anachronistic affair. Yet, if these fears and misconceptions were given the light of clearer perception, and if we were more educated on this [relationship], then this would not create such suspicion along with denial.

With that being said, this fear is a legitimate one – there is something unnerving about this process that demands and brings about a true sense of surrender. And let us be frank about it. Even those who go DIY style, without any external guide, the terror of losing one’s control over this process is enormous. That terror of losing the framework of identity is not a trivial affair, because that which we considered ourselves to be before, as it were, is being readjusted, often in a merciless way. Before the optical illusion is adjusted into that which is not in a focal point of this and that… there is this fear of not knowing where we are going to land — not knowing who we are. And that is perhaps precisely where the most noble part of the teacher’s role comes in, because the teacher disperses that fear, by presenting the most direct and most immediate entrance from that which is so uncertain, to that which doesn’t require any confirmation — because it’s obvious beyond belief, it’s just a matter of fact. But before that takes place, there is this vacillation, and wobbling goes on. This wobbling will go on until we are ready to let go of that false sense of control.


There is simple lack of understanding, that the guru is not so-and-so. Never was so and so — it’s an eternal principle. It cannot be renewed, nor can it be worn out. It’s not a thing, not an object of our perception. Even as far as the job is concerned, it’s not a fixed position, no one is ever a guru in relation to oneself — guru is always in relation to the disciple.  

 The true beauty of that relationship reveals itself when our heart is cultured enough to comprehend its incomprehensible essence. That is why in certain traditions so much importance is given to this connection. Because that relationship is what truly completes even the most advanced process and from there on it cannot be defined by intellect. More than anything, it is that which cultures the heart; it’s literally that connection with and to that universal principle.
   Magnificent
Im heutigen Westen wird Wert auf Individualität gelegt. Dieser Wert wird primär als individuelle Freiheit verstanden oder ausgedrückt. Die ganze Sehnsucht der westlichen Zivilisation ist das Sehnen nach individueller Freiheit. Weiters sind wir im Westen durch eine weit verbreitete Ansicht beeinträchtigt: „Solange ich dafür bezahle, ist es meins.“ Mit anderen Worten ausgedrückt, kann ich alles erwerben und konsumieren, was mir lieb ist. Wir leben in einer Fast-Food Kultur – sogar wenn es zu Angelegenheiten der Seele kommt. Das letzte, was wir brauchen, ist einen Guru. Warum? Weil er die Dinge komplizieren würde.


Wenn es zur spirituellen Arbeit kommt, werden oft die Lehrer-Student-Dynamiken abgewiesen, da diese Beziehung früher oder später die Vernichtung von dem erfordert, was die immerwährende Perspektive als Nicht-Selbst bezeichnet. Vorausgesetzt, dass der Lehrer wahrhaftig ist, dann ist dieser Prozess standhafter und ohne unnötige Fallen und allem, was so dazugehört; denn dieser Prozess ist nun mal nicht ohne Fallen und Tücken. Der Lehrer stellt den Prozess einfach sicher. Geht jemand ausschließlich den Weg des inneren Lehrers, könnte das viel schwieriger werden, da man durch Filter der Egozentrik hindurchgeht. Ja klar, man kann schon zur eigenen Reflektion im Spiegel sprechen und dann sieht man, wie viel Führung davon kommt! Wie viel gespiegelte Weisheit kommt von so einem Spiegel, der uns nur sagt, was wir  hören wollen?


Einen Lehrer zu haben, ist ein verantwortungsbewusster Akt, der meist stattfindet, wenn jemand genug psychologisch entwickelt/gefestigt ist um keine Angst zu haben, sich selbst zu verlieren. Für jene, die als Individuum nicht gefestigt sind, kann es gefährlich sein, da sie Gefahr laufen, das zu verlieren, was sich noch in einem bildenden/ entwickelnden Stadium befindet. Wenn das der Fall ist, kann es vorkommen, dass der Schüler vom Lehrer will, wünscht oder sogar verlangt, dass der Lehrer für sein Leben Verantwortung übernimmt nach dem Motto: ich will mich hingeben, wenn du dich um mich kümmerst. Diese Art der Hingabe ist dann ein Tauschhandel und mit dieser Art von Zwickmühle sind wir kollektiv konfrontiert, da unsere Kultur diese Art von Beziehung nicht unterstützt. Es gibt sehr wenig Verständnis dafür und die unleugbare Kraft so einer Verbindung wird an den falschen Platz gesetzt. Zusätzlich mangelt es dann der subtileren Nuancen, die notwendig sind, um so eine wahre Intimität zu erfahren.

Es überrascht nicht, dass die Meinung “Wer braucht schon einen Guru?“ verbreitet ist. Es reflektiert all die tief vergrabenen und verleugneten Ängste – oft maskiert durch Vortäuschungen, dass wir in einer anderen Zeit leben und dass der Bedarf nach einem spirituellen Begleiter eine unzeitgemäße Sache ist. Würde diese irrtümliche Wahrnehmung  jedoch ans Licht klarer Wahrnehmung gebracht werden und würden wir mehr über diese Beziehung wissen, dann könnten solche Arten von Verdacht und Verleugnung auch nicht weiter produziert werden.

Davon abgesehen, ist diese Angst legitim. Der Prozess ist nervenaufreibend – keine Frage - und verlangt bzw. führt zu echter Hingabe. Und seien wir mal ehrlich, auch für jene, die denken, sie schaffen es alleine, ist der Terror, die eigene Kontrolle in diesem Prozess zu verlieren, enorm.  Der Terror,  das Gerüst seiner Identität zu verlieren, ist keine triviale Sache, denn das, was wir vorher dachten zu sein, wird neu ausgerichtet – oft auf unbarmherzige Art und Weise. Bevor die optische Täuschung angepasst wird an das, was keine Anlaufstelle von diesem und jenem hat, besteht Angst; Angst nicht zu wissen, wo wir landen oder wer wir sind. Das ist aber genau der Punkt, wo der nobelste Teil der Lehrerrolle reinkommt, da der Lehrer diese Angst auflöst indem er den direktesten Eingang präsentiert – von dem, was unsicher ist zu dem, was keiner Bestätigung bedarf, da es unglaublich eindeutig und eine Tatsache ist. Bevor das jedoch stattfindet, wackelt man oft hin und her bis man bereit ist, das falsche Kontrollgefühl loszulassen.

Es herrscht da einfach sehr viel Unwissen darüber, was der Guru ist. Er war noch nie so oder so. Der Guru ist ein ewiges Prinzip. Es kann weder erneuert, noch kann es ausgedient werden.  Es ist kein Ding, kein Objekt unserer Wahrnehmung. Und auch was den Job anbelangt, gibt es da keine fixe Position. Niemand ist ein Guru in Beziehung zu sich selbst – er steht immer in Beziehung zum Schüler.

Die wahre Schönheit dieser Verbindung offenbart sich, wenn unser Herz genug kultiviert ist, seine ungreifbare Essenz zu erfassen. Das ist warum in bestimmten Traditionen so viel Wichtigkeit auf diese Verbindung gelegt wird. Denn diese Beziehung vervollständigt sogar den am meist entwickelten Prozess und kann von da ab nicht mehr durch den Intellekt definiert werden. Mehr als alles andere kultiviert es das Herz; es ist buchstäblich die Verbindung mit und zu dem universellen Prinzip.



Monday, 11 February 2019

On eye level with the guru? - Mit dem Guru auf Augenhöhe? (Anssi Antila)

If you want to awaken and you approach a guru with this wish, you cannot expect him/her to be with you at eye level. Not because you are inferior to him but because the wish to be at eye level stems from inferiority itself. If you truly wish to be free from the dungeon of your bondage, you cannot expect that FREEDOM will “descend” into your dungeon in order to be on eye-level with you. 

The hand, that is pulling you into freedom must come from „above“ in order to raise you into freedom. The idea that a guru puts himself/herself above you/on a pedestal stems from inferiority. That’s why a guru will not be at eye level with you, because it is you who underestimates yourself. The guru ascribes a much higher value to yourself as you do. However, the arrogance of the mind will twist this and that’s why you wish to put him down. 

It is compassion that the guru stays firm in his natural VALUE in order to show you your own. The guru is free. His Self is freedom and so is yours. Therefore, do not expect your true Self to descend into the „level“ of your ego, your psychological I, your bondage, the root of all suffering. This wish is firstly not at all possible and secondly it does not serve you.

A guru must be "above" you, above your false I so he can “raise” you. He never is above your true worth. He mirrors you your natural value which you long ago had put down. It is arrogance that wants to put down the guru and it is self-abasement which puts the guru on a pedestal. Both tendencies do not serve you. Both tendencies stem from inferiority. And precisely from this your guru wants to free you. He/she wants to pull you out of these deceptions/illusions alogether. And how can these illusions be on eye level with TRUTH? Illusions do not know Truth, they only know illusions. 

Bildergebnis für guru disciple relationship 
Wenn du erwachen willst und mit diesem Wunsch zu einem Guru gehst, kannst du nicht erwarten, mit dem Guru auf Augenhöhe zu sein. Nicht, weil du minderwertig bist, sondern weil der Anspruch, mit einem Guru auf Augenhöhe zu sein, selbst aus der Minderwertigkeit kommt. Wenn du es dir Wert bist, frei zu sein, wenn du dich aus dem Kerker deiner Unfreiheit erlösen willst, kannst du nicht den Anspruch haben, dass sich die Freiheit in deinen Kerker begibt, um dir auf Augenhöhe zu begegnen. Die Hand, die dich in die Freiheit zieht, muss von oben kommen, um dich in die Freiheit zu erheben.

Der Irrglaube, dass der Guru sich im Wert über dich stellt, kommt aus der Minderwertigkeit. Deshalb wird ein Guru dir nicht auf Augenhöhe begegnen, denn du bist in dieser Beziehung das, was sich im Wert unterschätzt. Ein Guru schreibt dir einen höheren Wert zu, als du dir selbst zuschreibst. Die Arroganz des Verstandes wird dies jedoch umdrehen: Die Arroganz wird sich einbilden, dass der Guru sich im Wert über dich stellt, weshalb dein Verstand ihn nach unten ziehen will.

Doch aus Mitgefühl bleibt der Guru in seinem natürlichen Wert stehen, um dir deinen natürlichen Wert zu offenbaren. Der Guru ist frei. Sein Selbst IST die Freiheit. Und diese Freiheit ist auch dein Selbst. Dein höheres Selbst. Erwarte nicht von deinem höheren Selbst, dass es sich auf die Stufe deines Ego erniedrigt, deinem psychischen Ich, deinem Kerker, der Wurzel deines Leids. Dieser Anspruch ist weder möglich noch ist er dir dienlich. Ein Guru muss über dir stehen, über deinem falschen Ich, damit er dich erheben kann. Er steht dabei nie im Wert über dir. Er steht in deinem natürlichen Wert, den du schon lange erniedrigt hast.

Dir dient weder die Arroganz, welche den Guru erniedrigen will, noch die Selbsterniedrigung, welche den Guru auf ein Podest stellt. Sowohl die Arroganz als auch die Selbsterniedrigung kommen aus der Minderwertigkeit, aus der ein Guru dich gerade befreien will. Aus alldem will dich die Hand des Gurus herausziehen, weil das im Rahmen des Erwachens alles Täuschungen sind. Alles. Diese Täuschungen wollen Augenhöhe, doch wie soll die Täuschung auf Augenhöhe mit der Wahrheit stehen? Die Täuschung kennt die Wahrheit nicht, die Täuschung kennt nur die Täuschung.


Sunday, 16 December 2018

The Heart of God - das Herz Gottes (Devaji)

When the egoic shell of separation is in place, one does not feel the subtler levels of the pain of going against your Self. Nor is it recognized that every single action arising out of “have to, need to, should” stems from the mind’s fear. These subtler elements go unnoticed, and life becomes automatic. A very familiar sense is formed of “who I am,” and “what I like and don’t like.” 
When one is willing to really receive what is being offered—to stop the automatic running and receive—then the numbing mechanism, the wall, the ego, begins to thin. And as it thins, one becomes more sensitive, feeling things more acutely, feeling the love and the perfection and the beauty; feeling the pain that created the shell as it now melts away; feeling the innocence of humanity, and at the same time the birthing of your own divinity. Feeling the fragile nature of the human condition inside your own being, all the way through, with such unspeakable tenderness, so big it can break you apart. And at the very same time, the breaking apart opens the gateway into the deeper sensitivity of connecting with your eternal divine nature.
A true journey like this takes everything and offers everything. When these beautiful, tender, broken nuggets that have been buried deep inside yourself are felt into all the way, the heart is broken wide open, and the sensitivity of who you are is connected into the totality of what is driving everything.
And all that has been buried inside, which caused the perception of “me and other,” is now transformed and can invite all expressions of life into itself. 

The tenderness, the meeting, the fragility, the beauty, the vulnerability of the human condition, does not stop. It grows. And so does the taste of what is free of everything—wildly ecstatic and alive and unbound. The more you feel into the human element, the more the heart of God reveals itself.
ƬᎥlɖα ᏣɦɽᎥʂʈɱαʂ ༺❀

 Solange die Ego-Hülle der Trennung besteht, fühlt man den subtilen Schmerz, gegen seine eigene wahre Natur anzugehen, nicht. Auch kann nicht erkannt werden, dass jede einzelne Tat, motiviert durch „müssen und sollen“, aus der Angst im Geist stammt. Diese subtileren Elemente bleiben unbemerkt und das Leben wird automatisch (mechanisch). Eine vertraute Empfindung von „wer ich bin“ und „was ich mag und nicht mag“ wird erschaffen.
Wenn man bereit ist, das hier wirklich aufzunehmen - nämlich das automatische Getriebe anzuhalten, beginnt der betäubende Mechanismus - die Mauer, das Ego - sich zu verdünnen. Und während er sich verdünnt, wird man empfindsamer; man fühlt Dinge feiner, fühlt Liebe, Vollkommenheit und Schönheit. Man fühlt den Schmerz der Hülle während sie davon schmilzt. Man fühlt die Unschuld der Menschheit und gleichzeitig die Geburt ihrer eigenen Göttlichkeit. Man fühlt in sich die zerbrechliche Natur des Mensch-Seins bis zu seinem Kern - mit einer unglaublichen Verwundbarkeit und so heftig, als würde es dich auseinander brechen. Gleichzeitig führt dieses Auseinanderbrechen zu einer tiefer empfundenen Verbindung mit der eigenen zeitlosen, göttlichen Natur.
Eine wahre Reise wie diese fordert alles und gibt alles. Und wenn diese schönen, zarten, gebrochenen und tief vergrabenen Klumpen in dir wieder ganz und gar gefühlt werden, wird das Herz weit aufbrechen und die Empfindsamkeit deiner Selbst wird in der Ganzheit, die alles hervorruft, aufgehen. Und all jenes, das vergraben wurde und die Wahrnehmung von „ich und andere“ erschuf, wird nun transformiert und kann alle Ausdrücke des Lebens in sich selbst zurückholen.
Die Zartheit, die Zerbrechlichkeit, die Schönheit, die Verletzlichkeit des Mensch-Seins hört nicht auf….sie wächst samt dem Geschmack von all dem frei zu sein – ekstatisch wild, lebendig und uneingeschränkt. Je mehr du in das menschliche Element hineinfühlst, desto mehr offenbart sich das Herz Gottes.

Thursday, 15 November 2018

Empty yourself - entleere dich deiner Selbst (Amoda Maa)

Empty your mind of unexamined beliefs, passed down through generations, inherited without question .. they do not belong to you. Empty your heart of accumulated grievances, held onto regrets and resentments, hardened into a story of ‘poor me’ .. this is not who you are. Empty your cells of undigested memories, toxic emotions, calcified into lethargy and short-sightedness .. it’s not how life is meant to be. Remove the blinkers from your eyes. They kept you safe for a while, but now only serve as a prison to keep you locked into the matrix of conditioning. Allow the glaring truth of direct experience - untainted by fear and hope - to pierce your retinas and purify your sight .. be blinded by the light.

Rip off the band-aid, air your wounds, feel the searing pain. Be raw, be vulnerable, be tenderly naked. Throw away the should’s and shouldn’ts, dump them in the garbage bin, burn them in the funeral pyre of freedom. Do what it takes to drop the baggage .. let it go. Scream, shake, shout. Get in touch with an ancient rage, a primal fear, an existential terror. It doesn’t have to make sense. It doesn’t have to be reasonable. For once, let go of equanimity and trying to keep it cool. Let loose, abandon yourself. Let the fire of irreverent passion swirl through every fiber of your being, every ounce of your body. Dive into a dark underworld of fury, be consumed by an untamed grief, fall into the abyss of unspeakable aloneness. Let hot tears run like torrential rain, flooding your eyes, carving rivers in your skin … let yourself drown.

Scream, shake, whirl, dance. Do what it takes to go deeper than thinking, deeper than feeling, deeper than memory. Go so deep you touch the groundless ground. Go so deep you no longer exist..become empty of self. In emptiness, mind dissolves into sky, heart is uncontainable, and body is permeable. In emptiness, there is space inside .. and now the light can filter in. Now life can flow through you, unimpeded by self-imposed obstructions.

My friend, be unconcerned with awakening as the remedy for your pain. Be unconcerned with enlightenment as the perfect destination. Instead, be willing to open so wide that nothing is denied or suppressed or hidden in the shadows. Be willing to empty yourself of every vestige of resistance, even if it means digging so deep into the encrusted mechanism of self-preservation that it rips you apart. Be willing to bear the unbearable and be broken open.
My friend, be concerned only with emptiness …
because only an empty vessel can be filled with God. 
..*

Entleere deinen Geist jeglicher ungeprüften Glaubenssätze - weitergegeben  durch Generationen, vererbt - ohne sie hinterfragt zu haben…sie gehören dir nicht. Entleere dein Herz jeglichem angehäuften Kummer, festhaltenden Bedauern und Groll…ein Gemisch, das sich zu einer  “Ich Arme-Identität” verhärtet hat….das ist nicht, wer du bist.

Entleere deine Zellen jeglicher unverdauten Erinnerungen und schädlichen Emotionen…sie haben dich verkalkt mit Lethargie und Kurzsichtigkeit. Nimm die Scheuklappen von deinen Augen. Sie haben dich für ein Weilchen in Sicherheit gehalten, doch nun dienen sie lediglich als Gefängnis um dich in der Matrix deiner anerzogenen Programme  eingesperrt zu lassen. Erlaube der blendenden Wahrheit direkter Erfahrung – ungetrübt von Angst und Hoffnung – deine Netzhaut zu durchdringen und deine Sicht zu reinigen…lass dich vom Licht blenden! Reiß die Wundpflaster runter, lass Luft an deine Wunden, fühle den schneidenden Schmerz! Sei roh, sei verletzlich, sei unschuldig nackt! Wirf „Sollen und Nicht-Sollen“ weg, schmeiß sie in den Mülleimer, verbrenne sie auf dem Scheiterhaufen der Freiheit. Tu alles Nötige, um den Ballast fallen zu lassen…lass ihn los.

Schrei, schüttle dich, brülle! Spüre deine uralte Wut, die Urangst, den existenziellen Terror! Es muss keinen Sinn machen. Es muss nicht vernünftig sein. Lass für einen Moment mal den Gleichmut los und reiß dich mal nicht zusammen! Verliere ruhig die Kontrolle! Lass das Feuer der ehrfurchtslosen Leidenschaft durch jede Faser deines Körpers, durch jedes Gramm wirbeln. Tauch in die dunkle Unterwelt des Zorns, lass dich von einem unbändigen Kummer vereinnahmen, fall in den Abgrund unaussprechlichen Alleinseins. Lass deine Tränen wie sintflutartige Regenfälle fließen und lass sie Flüsse in deine Haut schnitzen…erlaube dir zu ertrinken.

Schrei, schüttle dich, dreh dich, tanze! Tu alles Nötige um tiefer als dein Denken zu gehen, tiefer als dein Fühlen, tiefer als deine Erinnerungen. Geh so tief bis du den grundlosen Grund berührst. Geh so tief bis du nicht länger existierst….entleere dich deiner selbst. In der Leere löst sich das Gedachte in grenzenlose Weite auf, das Herz ist unkontrollierbar und der Körper durchlässig. In der Leere…unendlicher Raum in dir…nun kann das Licht hereinfiltern. Nun kann das Leben durch dich fließen, uneingeschränkt der selbst auferlegten Behinderungen.

Mein Freund, kümmere dich nicht um das Erwachen damit du keine Schmerzen mehr spürst. Kümmere dich nicht um Erleuchtung als perfektes Endziel. Sei jedoch bereit, dich so weit zu öffnen, so dass nichts in den Schatten verleugnet, unterdrückt oder versteckt wird. Sei bereit, dich leer zu machen – jeglichen Widerstandes; auch wenn das bedeutet, dass du so tief in die verkrusteten Mechanismen der Selbsterhaltung gräbst als würde es dich auseinander reißen. Sei bereit, das Unerträgliche auszuhalten und lass dich aufbrechen. Mein Freund, kümmere dich nur um diese Leere…denn nur ein leeres Gefäß kann durch Gott gefüllt werden.